Glücksgedanken

Die 5. Jahreszeit: Traditionen in einer Kleinstadt

Hallo ihr Lieben!

Die 5. Jahreszeit… die gibts doch gar nicht?! Natürlich! Und zwar genau heute findet sie statt: Karneval (oder Fastnacht, Fasching usw…)

Karneval ist mehr als nur saufen … zumindest sollte es das sein.

Was bedeutet Karneval für mich?

Frei sein, ich sein. Die meisten sehen im Karneval nur das saufen, das Grapschen und all die Stufen dazwischen. Die Verdummung. Leider sind das die Schattenseiten, die ich in keinster Weise beschönigen kann und will. Nichtsdestotrotz wird in Diskos nie zum Beispiel „meine Musik“ gespielt, ergo Mickie Krause, Helene Fischer, Anna-Maria Zimmermann oder Norman Langen, um mal einige zu nennen. Das geschieht wenn dann nur auf einer 90er Party und selbst dann nie vor zwei Uhr morgens, wo wir wieder beim Alkohol sind. Als wären solchen Partyschlager nur mit der richtigen menge Alkohol zu ertragen (ich weiß, da werden jetzt einige zustimmen und das ist okay!:D). Aber der Punkt ist, für mich, geht es bei all den zugegeben nicht gerade vor Qualität strotzenden Liedern nicht um das Aussehen.

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Heutzutage in den Diskos oder allgemein, wenn Musik gespielt wird, geht es stark um das sich bewegen können. Um den sexy Hüftschwung, das antanzen und die richtige Figur. Ich bin extrem unrythmisch und tanze sehr ungern. Bei Karnevalsmusik hingegen wird einfach nur gesprungen/gewippt und mitgesungen lauthals. Das gibt ein ganz anderes Gemeinschaftsgefühl und reduziert sich auf die gute Laune, auf den Spaß an sich und nicht die Sexualisierung und Aufmerksamkeit auf einzelne Personen.

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Natürlich bleibe ich auch beim Karneval dabei, dass ich nie länger als Mitternacht unterwegs bin, die schlimmsten Menschenmassen meiden, mich eher den älteren Leuten anschließe, nicht mehr auf Toilette gehe oder die berüchtigten Männergruppen mit ihren ganzkörper Anzügen à la Pilot/Polizist/Soldat/Felltier/Monster etc. meide wie die Pest.

Meine Ängste, Phobien und schlimmen Erfahrungen lassen sich auch nicht durch fröhliche Karnevalsmusik vertreiben.

Aber zumindest gehe ich durch den Karneval, das Verkleiden, das ich wirklich unheimlich liebe und das mir auch wichtig ist, und eben die Musik überhaupt feiern.

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Ich habe nicht von allen Kostümen und Feiern Fotos parat, aber ich bin schon als Alice in Wunderland, als Tigerkatze; Efeudame (mein einziges selbst gemachtes Kostüm. Jedes Efeublatt einzeln aufkleben. Gott never ever, mein Beileid an alle Mütter!) und jetzt seit letztem Jahr als Robin Hood gegangen. Die Kostüme sind in der Regel teuer, da sie mir wichtig sind, aber dafür trage ich sie auch für ein paar Jahre, so lange es meine Figur mitmacht.

Traditionen

Natürlich kommt es bei Karneval immer auf den Ort an. Ich kenne jemanden, der in Kiel wohnt, der war in seinem ganzen Leben noch nicht auf einem Karnevalsumzug. Auch in Bayern, zumindest in Würzburg ist Fasching, wie es dort heißt, jetzt nicht DIE Zeit. Nicht so in Delbrück bei Paderborn in NRW.

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Meine Heimatstadt lebt Karneval und dafür liebe ich sie. Wo sonst nach 20 Uhr man eine Stecknadel fallen hören kann, an Karneval ist alles anders. Wie Köln, nur kleiner und gesitteter (oder zumindest bilde ich mir das ein und nein, ich würde für kein Geld jemals freiwillig während Karneval nach Köln fahren und schon gar nicht als Frau)

Jedes Jahr gibt es einen Schaufensterwettbewerb, bei dem am Ende der Karnevalszeit das schönste Schaufenster verkündet wird. Das bedeutete, alle Geschäfte geben sich in der regel Mühe mit dem Schmücken, passend zur Jahreszeit.

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An den Karnevalstagen, also zb. Weiberfastnacht, tragen die meisten Mitarbeiter Karnevalskostüme. Clownsnase, lustige Hüte, bunt geschminkte Gesichter, Verkleidungen als Clown, Pippi Langstrumpf, Matrose usw. sind da keine Seltenheit. Egal ob beim Bäcker, beim Drogeriemarkt oder in der Bank. Das ist etwas, was ich so auch von nirgendwo sonst kenne (gut, vermutlich macht das Köln auch, aber ich habe meistens nur Münster, Essen und Würzburg bzw. Erlangen als Vergleich).

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Mein Opa gehörte auch zu den Wagenbauern, die beim Umzug immer mitfahren und hat dafür gearbeitet, daher sind auch noch heute viele Kontakte da. Ich war und werde aber nie auf einem Wagen mitfahren bei einem Umzug, schlicht und ergreifend, weil ich das nicht könnte mit dem ganzen Alkohol um mich herum. Denn auch an Karneval ändert sich für mich in dieser Hinsicht nichts: Ich trinke keinen Alkohol. Wozu auch?

Außerdem gibt es NUR an Karneval besonderes Essen! Eierlikörberliner esse ich fast nur an Karneval, dann ganz besonders Heidewecken (=Rosinenbrötchen), aber die gibt es in dem Ausmaß auch nur an Karneval, ebenso wie die besonders verzierten Berliner, Brötchen usw. natürlich. Da kommt dann immer die ganze Familie zum Kaffee zusammen, fast als wäre es Weihnachten.

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Rosenmontag bin ich meistens nur beim Umzug dabei und dabei schätze ich besonders diejenigen Wagen, die wirklich für was stehen, die besonders sind, die eine Message haben, kreativ sind und eine Botschaft übermitteln. Einfallsreichtum geht da bei mir über den klassischen Partywagen. Ich habe das Gefühl, das hat stark nachgelassen über die letzten Jahren, aber ich werde weiterhin gespannt jeden Wagen beim Rosenmontagsumzug erwarten! Man vergisst schnell, wie viel Arbeit darin steckt, wenn man nur die saufenden (=nervenden) Teenies sieht.

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Ich finde es auch spannend, wie unterschiedlich die Narrenrufe sind, die man sich immer zu ruft!

Zum Beispiel:

Schelle schelle – schellau             Wangen im Allgäu

Komma Gschwomma!                   Stuttgart-Hofen

Idiss Ahoi                                           Coburg

Fölsch Foll – Hinein                         Fulda

He, geck, geck                                  Delbrück

Ha ha vertuit sik                               Delbrück

Knolli Knolli Schabau                      Scharmede

 

Wie heißt euer Narrenruf? Was verbindet ihr mit Karneval? Hat euer Heimatort auch solche Traditionen?

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6 Kommentare zu “Die 5. Jahreszeit: Traditionen in einer Kleinstadt

  1. Als Kind habe ich mich immer auf den Fasching gefreut. Hier in Franken wird es nicht ganz so extrem gefeiert. Aber jetzt im Erwachsenen Alter habe ich das aus den Augen verloren, liegt aber wahrscheinlich echt daran, dass es hier nicht so als 5. Jahreszeit gewürdigt wird. An sich finde ich es cool aber die Ereignisse der letzten Jahre überschatten sowas auch. Ich bin ehrlich, als Frau hab ich manchmal auch immer wieder Gedanken wie „sollte ich jetzt wirklich noch raus gehen“ etc. Schade eigentlich aber so ist nun mal die Realität mittlerweile.

    Finde es klasse wie du darin aufgehst und wie sehr du dich über diese besondere Jahreszeit freust. Behalte das bei!

    Liebe Grüße Eileen von http://www.eileens-good-vibes.de

    Gefällt 1 Person

    • Dankeschön! Ja also wie gesagt ich würde niemals als Frau an Karneval rausgehen und durch meine Phobien bin ich ja nie nachts feiern. Mein feiern entspricht dann zwischen 7 und 9 Uhr abends, weil es anders mit meinen Phobien an karneval nicht vereinbar ist, aber das ist okay für mich. Ansonsten ist wie gesagt Delbrück auch einfach groß im Karneval, das merkt man bei einer Kleinstadt vermutlich nochmal umso mehr. Wir haben sogar extra eine Infotafel zum Karneval in der Innenstadt stehen 😀 Danke dir für deinen Einblick! Liebe Grüße
      Nadine 🙂

      Gefällt 1 Person

  2. Als Kind war ich da voll dabei, aber ich habe auch viele Jahre bis ins Teenageralter Garde und Showtanz beim Faschingsverein getanzt, deshalb hatte ich in der Zeit dann viele Faschingssitzungen und wir sind auch bei den Zügen in der Umgebung mitgelaufen. Parallel dazu gab es dann auch noch Tuniere, wo wir gegen andere Tanzgruppen angetreten sind. War eine schöne Zeit, die ich nicht missen möchte und an die ich viele tolle Erinnerungen habe. Aber seitdem ich nicht mehr tanze, hat das mit der Faschingsfeierei bei mir etwas nachgelassen. Ich besuche eigentlich nur noch den Umzug im Ort, esse leckere Krapfen (ich liebe es dass es die dann mit Schokofüllung gibt) und habe Spaß am verkleiden. Dieses Jahr hatte ich leider nicht mal Zeit für unseren Faschungszug, weil ich so viel für die Uni zu tun habe. Konnte mir nur ein paar Anregungen für Kostüme mit Blick aus dem Zugfenster holen. Finde es aber echt schön, wenn bei euch da auch Mitarbeiter von Geschäften verkleidet sind und man einen Schaufensterwettbewerb macht – das kenne ich in der Tat gar nicht, aber natürlich ist Fasching für dich dann was ganz besonderes. Abseits der negativen Seiten, hat er ja auch viele Gute und die sollte man nicht vergessen. Es geht ja eigentlich um das zusammen kommen, das Spaß haben am Verkleiden und mal die Sorgen zu vergessen. Genauso wie Fasching dazu genutzt wird um politische Spitze auszuteilen und auf wichtige Probleme hinzuweisen – sind übrigens auch meine liebsten Wägen.

    Dankeschön für dein liebes Kommentar Nadine,
    Puh weiß ich gar nicht mehr. Es ging aber, den hatte ich tatsächlich flott geschrieben. Nur die Bilder dauerten etwas, aber das ist ja immer das aufwendigste. Beim Schreiben bin ich schnell.
    Lying Game wäre echt ne Serie wo ich mir eine Wiederbelebung wünschen würde, aber das bleibt wohl echt ein Traum :/. Zumindest könnte man mal den Cliffhanger auflösen, wenn auch nur in Interviewform. Würde bis heute gerne wissen, wie die Serie geendet hätte.
    Uih da drücke ich die Daumen und wünsche viel Erfolg, dass du die Liste abgearbeitet bekommst und natürlich kaum Leseflauten dabei sind.

    Ist Schreibfunken dann auch eine eigenständige Seite? Ich würde nämlich deine Serienbeiträge weiterhin gerne lesen. Die gefallen mir immre gut und ich liebe es mit dir zu fangirlen. Würde das echt vermissen.
    Also über Instagram kannst du den definitiv auch machen. Der ist halt nur recht lang, vielleicht kannst du ihn ja splitten oder ein paar Fragen davon auswählen und einem Post widmen?

    Ohje das hört sich echt schlimm an. Ich hoffe diejenigen die so lange warten mussten auf Paul und Ian, haben sich dann zumindest bei den Organisatoren beschwert oder das mal angesprochen. Sowas sollte nämlich nicht passieren und auch nicht die Regeln sein. Von Spaß kann man dann ja nicht reden, zumal man ja auch nen ganzen Tag verpasst und nur mit anstehen verbringt. Wofür soll ich dann überhaupt das Eintrittsticket zahlen, wenn ich dann nur den Wartebereich sehe. Stimmt Tyler ist auch ein seltener Gast, ist aber auch erst seit dem Ende der Fall, da hatte er ja einige andere Projekte und ist mit seiner Band getourt. Kann mir aber vorstellen, dass er in Zukunft bestimmt wieder mal bei ein paar Cons auftauchen wird, je nachdem was sein Drehplan hergibt.

    PS: Hier mal der Link zum TAG: https://weheartit.com/articles/329218629-tv-series-characters-challenge

    Gefällt 1 Person

  3. Wir hatten uns ja schon ein bisschen über Instagram über Karneval ausgetauscht, ich finde es ja immer spannend zu sehen, wie sich Traditionen von Ort zu Ort unterscheiden. In meinem Heimatort merkt man die Nähe zu Köln an und dementsprechend laufen die kölsche Karnevals Lieder rauf und runter und ich liebe es! Genau wie die Gründe bei deiner Musik, denn da kommt es nicht darauf an, sich möglichst stylisch zu bewegen, sondern ums mietsingen, springen ect. Kölsche Karnevalslieder sorgen immer für so viel Stimmung und das Liebe ich und das sind auch Faktoren warum ich Party zu Rock Musik bevorzuge, erstens ganz klar weil das meine Musik ist zweitens weil darauf niemand tanzen kann und auf den Partys Menschen oft lockerer sind. Mit Schlager an sich kann ich selbst nichts anfangen und möchte bei Malle Schlager nur flüchten, doch da ist ja jeder anders, ebenso igitt Rosinenbrötschen haha 😀 Bei uns gibt es an Karneval immer Grebelschen 🙂

    Ich finde ja auch das Karneval für mehr Fröhlichkeit und das Leben bunter in Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser oder Altersheimen macht und daran denken die meisten nicht. Klar gibt es auch die Alkohol Säufer, doch mag ich es nicht wenn man Dinge nur in Schwarz und Weiß teilt. Ich trinke kaum Alkohol und hatte im Weiberfastnacht im Dorf sehr viel spaß, in Köln kommt es echt darauf an, wo man sich den Zug anschaut, den Hauptbahnhof meide ich, weil da die Leute im überwiegenden Teil zum saufen gehen und da bin ich raus, an anderen Plätzen ist es hingegen viel entspannter.

    Danke für deinen schönen Einblick.

    Liebe Grüße

    Nadine

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    • Dankeschön für deinen ausführlichen und langen Kommentar! Da hast du recht, das sehe ich genauso. Mich schmerzt es, wenn Karneval mit saufen und grapschen über einen kamm gescherrt wird. Ich gebe zu, das tue ich beim Oktoberfest auch, das ist auch einfach ein Teil der Medien und Bericht Erstattung. Interessante Einblicke, gerade weil du auch bei Köln wohnst!

      Freut mich sehr, das dir der Beitrag gefallen ist!

      Ganz liebe Grüße

      Liken

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