Glücksgedanken Schreibfunken

Warum gibt es Emetophobie in Romanen und den Medien?

Hallo ihr Lieben,

mein Lieblingsthema 😉 Heute geht es um Emetophobie, mit der ganz einfachen Frage:

Warum?

Warum gibt es diese Phobie so oft in Büchern, was versprechen sich Autoren davon? Auch wenn das nicht einfach ist zu beantworten, will ich einen Erklärungsversuch wagen, außerdem einen Schlenker drehen zu den modernen Medien (Film & Serie), denn dort ist das Thema anscheinend essenziell und am Ende des Beitrags gibt es noch eine Überraschung, welche beiden Serien die schlimmsten Szenen in Bezug auf Emetophobie hatten!

Zur Erklärung:

Was ist Emetophobie? (Ich hatte hier auch einen Blogbeitrag darüber geschrieben, aber ich will dennoch die Definition einfügen):

„Das Wort Emetophobie stammt aus dem Griechischen. Es setzt sich zusammen aus phobos (Furcht) und emeto (erbrechen). Wer unter Emetophobie leidet, hat krankhaft Angst davor, mit dieser normalen Körperfunktion in Berührung zu kommen. Das bedeutet, diese Phobie gegen Erbrechen bezieht sich nicht nur auf den eigenen Körper. Betroffene vermeiden alle Situationen, bei denen Menschen sich übergeben könnten.“ (Quelle).

Romane

Es geht hierbei nicht um speziell die Romane, in denen Erbrechen vorkommt, sondern um das Warum. Für ersteres werde ich noch eine Liste anfertigen, die auf meinem Blog online kommt!

Ich habe mich ja auch mit Autoren über diese Thematik unterhalten, in der Hoffnung, das sie mir sagen könne, warum es für die Geschichte wichtig sein sollte, sowas etwas Ekliges zu beschreiben.

Die meisten gaben an, dass der Leser sich so besser in die Figuren oder die Szene einfühlen könnte, um möglichst nah an der Figur zu sein etc. Aber seien wir doch mal ehrlich:

Bei einem „sie rannte zur Toilette“, wenn es in einer passenden Situation beschrieben steht, reicht genauso für das Wissen des Lesers, wie eine halbe Seite aktiven Erzählens des Vorgangs. Oder geht es da nur mir so? Denn kommen wir zum nächsten Thema:

Tabu-Themen?

Wie oft lest ihr in Büchern, dass die Prota gerade ihre Periode hat? Dass sie blutet, dass sie vielleicht auch Durchfall hat, wie sie auf der Toilette sitzt usw. Das sind eine Art von Themen, die ich sehr selten in Büchern lese. Natürlich gehen wir davon aus, dass der Prota auf Toilette muss. Dass er vielleicht auch mal Verdauungsprobleme hat oder seine Tage. Aber wie oft werden wir wirklich aktiv mitgenommen? Meistens heißt es nur „Ich muss mal zur Toilette, sie ging aufs Klo, als sie vom Bad wiederkam etc.“. Wir werden als Leser selten mitgenommen auf besagtem Toilettengang, damit uns einen halben Absatz lang der Stuhlgang erklärt werden kann. Wir brauchen diese Informationen nicht unbedingt und manche wollen solche Sachen auch gar nicht so genau lesen. Wieso dann beim Erbrechen? Unabhängig davon, ob man nun eine Phobie davor hat oder nicht, kann ich beim besten Willen keinen Mehrwert an solchen ausführlichen Beschreibungen und aktiven Szenen finden, außer den Ekelgrad zu erhöhen. Warum ein Autor das allerdings nötig hat…..

Medien

Hier steht das Erbrechen als solches natürlich nochmal auf einer ganz anderen Stufe. Warum? Weil solche Szenen häufig in Comedys vorkommen bzw. allgemein in Serien. Aber ist das witzig? Bestimmt nicht, auch wenn es sicherlich eigenartigen Humor gibt. Irgendjemand muss das ja witzig finde, oder? Man denke nur an die Filmreihe Pitch perfect, Santa Clarita Diet etc., die damit bewusst spielen.

Auch gibt es bewusste Szenen und Momente, bei denen in 90% der Fälle eine Erbrechen Szene vorkommen wird, egal ob in Filmen, Serien oder Büchern. So als könnte man nur durch die Szene des Erbrechens die Handlung als solche darstellen.

1) Schwangerschaft

Wann immer sich eine Frau übergeben muss, ist in 90% der Fälle die erste Frage: „Bist du vielleicht schwanger?“ Nein, es gibt ja auch keine Magenverstimmungen oder Krankheiten, sowas passiert nur bei Schwangerschaften! Wirklich, achtet mal darauf, wie oft das in Beziehung zueinander gesetzt wird, als wäre das nicht nur die erste Schlussfolgerung, sondern auch die regelrechte Bedingung dafür. Das man das auch auf andere Art und Weise darstellen könnte, ist nicht weiter relevant. Es gibt genug Schwangerschaftshormone, gelüste, ausbleiben der Periode usw., die das Gleiche aussagen würde. Aber anscheinend sind die weniger „dramatisch“.

2) Alkohol

Bei fast jeder ausgelassenen Partyszene, bei der Alkohol im Spiel ist, halte ich mich bereits bereit. (bereits bereit…egal, ihr wisst, was ich meine). Beim Lesen versuche ich die nächsten Sätze oder die Szene nur zu scannen, beim Schauen halte ich bereits eine Hand vors Gesicht und habe bereits die Hände oben, damit ich möglichst schnell mir die Ohren zuhalten kann. Auch hier gibt es genug Alternativen, wie man einen Kater, das Nicht vertragen von Alkohol etc. darstellen kann. Kopfschmerzen, Schwindel, Lichtempfindlichkeit, zu viel Schlaf, im Bett bleiben usw. Aber auch hier ist das vermutlich nicht dramatisch genug, nicht zeigend genug. So als bräuchte der Leser oder Zuschauer in jedem Fall die Holzhammermethode, um in jedem Fall die Message zu verstehen.

Fallen euch noch andere Klassiker ein?

Man könnte meinen, das Zeigen von Erbrechen sei ein moderner Trend. Bei Büchern kann ich es nicht beurteilen, wobei ich schon das Gefühl habe, dass es früher nicht so häufig vorgekommen ist. Auch in Serien und Filmen scheint es fast nicht mehr ohne zu gehen. Nichts desto wird es auch vielleicht überraschen, welches die beiden schlimmsten Szenen bezüglich Erbrechen sind, die ich jemals gesehen habe.

Schlimmsten Szenen in den Medien

Für mich das Überraschende? Es sind beides zwei alte Serien. Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich sicherlich nicht alle Serien kenn, ich weiß z. B. das Santa Clarita Diet in dem Bereich sehr heftig und extrem sein soll und das selbst Leute, die damit kein Problem haben, mit dieser Serie an ihre Grenzen kam. Aber anderseits geht es in dieser Serie ja auch um Zombies, ich würde mir also noch nicht einmal den Trailer ansehen.

Dawson´s Creek Staffel 2 Folge 16: Partys und andere Peinlichkeiten (Be Careful What You Wish For) aus dem Jahr 1999.

Buffy Staffel 5 Folge 16: The Body (ich nenne den deutschen Episodentitel nicht, da er zu sehr spoilert) (witzigerweise beides Folge 16) aus dem Jahr 2001.

Ihr könnt also sehen, dass die beiden schlimmsten Szenen, die ich diesbezüglich gesehen habe, beide ca. 20 Jahre her sind. Ist das nicht der Wahnsinn?

Ansonsten würde mich eure Meinung zu dem Thema interessieren! Kennt ihr solche Leute, die solche Szenen witzig finden? Würdet ihr sagen, braucht manchmal solche aktiven, direkten Szenen, weil man nur damit gewisse Dinge darstellen kann? Warum haben sie so sehr ihre Daseinsberechtigung? (ich würde sagen, eine solche Szene kommt in jedem zweiten Buch und in jeder zweiten Serie vor)

Kennt ihr die Serien, die ich hier genannt habe? Ansonsten wird es noch eine Liste geben, mit Büchern, die ihr bei Emetophobie nicht lesen solltet, bei Serien und Filmen ist es aber glaube ich unmöglich eine solche Liste zu erstellen, weil es einfach so viel ist. Oder hättet ihr auch daran Interesse? Einen Anspruch an Vollständigkeit ist bei dieser Masse ohnehin nicht möglich, aber wenn man zumindest eine kleine Auswahl hat, kann damit hoffentlich anderen geholfen werden und vor Panikattacken, wie ich sie dadurch hatte, beschützt werden.

PS.: Bildquelle Beitragsbild Canva

signatur

6 Kommentare zu “Warum gibt es Emetophobie in Romanen und den Medien?

  1. Hallo Nadine,
    ich kann dir da nur zustimmen. Zwar gab es in einer meiner Geschichten auch einen, der sich erbrochen hat, aber es war nur angedeutet. Geschmack im Mund, dicker Kopf, und am Rande erwähnt. Aber das direkt ausschmücken und haargenau beschreiben, finde ich schon sehr eklig. Vor allem, weil ich während meiner Lehre immer der Depp war, der das von den Gästen wegmachen musste, wenn die sich nicht kontrollieren konnten und einfach in irgendwelche Flurecken ……
    Ich bin also vollkommen bei dir.
    Liebe Grüße
    Nella

    Gefällt 1 Person

  2. Ich überlege, ob mir ein Buch einfällt, in dem mehr als „sie übergibt sich“ stand. Käme da selbst nicht auf die Idee, dass in Einzelheiten zu beschreiben, warum auch? Filme fallen mir etliche ein, zum Beispiel knives out, vor dem ich dich vor kurzem auch gewahnt hatte, einfach weil es dort als „witziger“ running gag verwendet wird und ich beim schauen nur dachte, mist wenn eine Person mit der Phobie den Film sieht und es einfach immer wieder kommt. Warum es witzig sein soll, keine Ahnung. Bin ja im allgemeinen kein Fan von diesem „Pippi-Kacke-Kotze Humour. Bei party Szenen ist glaub ich oft der Fall, weil es auch in der Realität häufig der Fall ist, kann mich erinnern das ich an einem Geburtstag daher früher gefahren bin. Dieses“ cool sein“ wenn man trinkt bis zum übergeben, ist mir schleierhaft. Seltsame Gesellschaft.

    Gefällt 1 Person

    • OOHHH da hast du aber Glück gehabt! ich habe wie gesagt bereits eine Liste angefertigt….ja genau, ich habe jetzt auch erfahren, was tatsächlich bei knives out passiert…ich wäre sofort aufgestanden, aus dem kinosaal rausgelaufen und nie wieder gekommen, von den albträumen etc ganz zu schweigen. Danke dir also nochmal fürs warnen! jaaa genau so nachdem Motto lasst uns gucken, wer am meisten Alk verträgt! Einfach nur richtig bescheuert.

      Gefällt 1 Person

  3. Bei Büchern habe ich es noch nicht so oft gelesen. Vielleicht bei Young Adult? Lese ich eher nicht. Bei Horrorbüchern kann es natürlich auch mal vorkommen, aber dann halt weil die Szene zu eklig ist – da würde es wohl jedem passieren.

    Aber bei Film und Serien…ich finde es total furchtbar. Bei den Amis kommt das ständig vor – genau, wie das fast ersticken beim Essen mit anschließendem Heimlichgriff.

    Ich weiss nicht wofür man das bildlich darstellen muss. Also ich brauch es nicht. Es nervt eher.

    Interessanter Beitrag.

    Gefällt 1 Person

    • Danke dir! 🙂 Interessanterweise ist mir das auch schon in fast jedem Genre vorgekommen. Egal ob Frauenroman, eher Richtung Gutshausroman, Young Adult, New Adult, Fantasyromanen jeglichen Subgenres usw. Das finde ich dann umso krasser, dass man diese Bewegung nicht anhand eines Genres festmachen kann, oder im Umkehrschliuss sagen kann, in Genre XY kommt so etwas nicht vor.
      Ohh ja schlimm!
      Stimmt, das kommt auch häufiger vor…ich danke dir für deinen Kommentar!

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

KARIN SCHIEL FOTOGRAFIE

Fotografie - Reisen - Lifestyle

Miss Foxy Reads

Literatur, Lifestyle, Filme & Serien

Letterheart

Bücherblog

Texteule

... und deine Geschichte bekommt Flügel.

nonsensente

Fotografie, Schreiben & Gedanken

Flügel aus Papier

"Reading is like flying to your own, infinite kingdom." (Deepanwita Nath)

Buch & Gewitter

Stunden zwischen Blitz und Papier

Zeilenwanderer

Literatur, Rezensionen und mehr

mscaulfield

gib mir kaffee und bücher und ich bin friedlich.

%d Bloggern gefällt das: