Glücksgedanken

Sich von Dingen lösen, die einem nicht guttun?

Hallo ihr Lieben,

ein wieder zweifelnder Beitrag.

social media tut mir nicht gut. Manchmal. Vielleicht ist manchmal ein bisschen zu oft. Aber dann gibt es auch wieder die Momente, in denen ich social media liebe, in denen es mir Bestätigung gibt, Motivation, Inspiration, Erfahrungen, Erlebnisse, Mut, eine Stimme etc. Alles Dinge, die ich niemals missen möchte.

Ich gehöre nicht zu den üblichen social media Verteuflern. Im Gegenteil. Wer mich kennt weiß, dass ich davon regelrecht nicht genug kriegen kann:

Ich habe den Blog. 1 YouTube Kanal. 3 Instagram Accounts. 1 Twitter Account. 1 Facebookaccount (der aber nur für die Uni genutzt wird, die Facebookseite ist still gelegt) und ich bin in mindestens 1 Schreibforum aktiv.

Wann ist es zu viel? Ich glaube nicht die Menge allein macht es, sondern die Zeit. Ich checke täglich alle dieser oben genannten Medien, versuche täglich ein Post auf allen drei Accounts zu posten (einer für meine Natur und Makrofotografie, ein Schreibaccount und ein privater nur mit Handyfotos), ich will jede Woche einen Blogpost veröffentlichen (und habe ja wie gesagt genug Ideen für die nächsten dreihundert Jahre) und auf YouTube soll auch wöchentlich ein neues Video online kommen.

Vielleicht gibt es jetzt den ein oder anderen, der jetzt schon beim Lesen ins Schwitzen gerät 😉

Wie gesagt, ich liebe social media und möchte es niemals missen, aber lets face ist:

Ich bin social media und Handysüchtig. Wobei ich mich manchmal frage, ob das nicht das Gleiche ist. Süchtig nach der Fotografie war ich schon vor meinem Handy, letztens Endes ist auch Whats App eine Form von social media und Anrufe werden ohnehin nur getätigt, wenn man unterwegs ist.

Die Fragen, die ich mir nun also stellen muss, sind gleich mehrere:

Tut mir social media wirklich gut? Oder sind die schlechten, wie auch die positiven Erfahrungen lediglich Phasen, Momentaufnahmen?

Wie kann ich mich mehr von social media distanzieren? Da würde ich mehr von innerlicher Distanz sprechen. Es nicht zu sehr die Gedanken beherrschen zu lassen. Denn wenn ich tatsächlich nichts poste, wochenlang z. B. eine Pause einlege, gibt das nur Nachteile für mich: Ich kann nach der Pause gar nicht alles Verpasstes wieder aufholen und meine Reichweite ist so im Keller, dass ich mir alle die Arbeit der letzten Monate wieder neu aufarbeiten kann und in der Regel haben sich nur wieder unzählige neue Fotos oder Posts angesammelt, die gezeigt werden wollen.

Wie erreiche ich eine innere Lockerheit? Ich will so oft posten. Täglich. Wöchentlich. Weil ich so viel Material habe, weil ich die Reichweite halten will, weil ich den Bezug nicht verlieren will usw. Aber sollte es mir nicht egal sein, wenn ich, warum auch immer, mal eine Woche aussetzten muss? Stattdessen ärgere ich mich über mich selbst, als wäre das ein Scheitern, welches zu verbessern gilt.

Verbesserung. Perfektion. Es gibt immer was zu verbessern, immer noch mehr zu erreichen, noch mehr zu machen, Perfektion wird es nie geben. Dennoch strebe ich danach.

Gleichzeitig ist social media manchmal wie ein Strudel, der all meine Gedanken und Sorgen auffrisst, der mich in unruhige Zustände versetzt, weil man sich vielleicht online gestritten hat, weil etwas nicht so angekommen ist, wie es sollte, oder weil man etwas gelesen oder gesehen hat. Und manchmal ist einmal zu viel.

Aber ich kann auch keines der Medien löschen, ich könnte mich zumindest nie entscheiden welches. Habe jetzt erstmal Twitter für die nächsten 30 Tage deaktiviert, dann kann ich dort wieder aktiv sein. (Tatsächlich ist Twitter für mich DAS Medium für meinen Blog. Ohne Twitter und das Teilen meiner Blogbeiträge auf meinem Twitteraccount klicken nur diejenigen meinen Beitrag an, die ihn in ihrem Reader sehen. Auf Instagram machen sich die wenigsten die Mühe, erst meine URL in die Leiste einzutippen, so wie man es tun musst, und ich auch nicht immer die Lust zu hätte, da ich keine 10 000 Follower habe und daher das „swipe up“ feature in den Stories nicht da ist.

Denn das ist ein weiterer Nachteil von social media: alle Worte bleiben. Sie bleiben in den Köpfen der Menschen, sie bleiben in den Erinnerungen der Menschen, sie bleiben in meinen. Vielleicht schafft man es nicht immer, sich richtig auszudrücken, vielleicht hat man Dinge anders gemeint. So oft fehlt ein Gespräch von Angesicht zu Angesicht, aber das ist nicht immer möglich.

Ich sehe die Lösung also vorerst in einer inneren Distanz, dem Schaffen einer Lockerheit, von der ich noch nicht weiß, wie ich sie erreichen kann. Spätestens, wenn ich meine Masterarbeit schreibe, und das wird in ein paar Monaten oder spätestens einem halben Jahr der Fall sein, muss ich andere Prioritäten setzen. Oder wenn ich dann einen 8 Stunden Job habe. Dann kann ich gar nicht so weitermachen, wie bisher. Also besser jetzt schon mit der Ablösung anfangen. Stück für Stück.

EDIT: Ich hatte auch überlegt, meinen YouTube Account zu löschen und stattdessen alle meine Videos hier auf meinem Blog als Blogbeitrag zu zeigen, aber für diese Möglichkeit müsste ich upgraden und das kostet mich 100 Euro im Jahr, was ich mir nicht leisten kann.

Was habt ihr für Tipps, um social media nicht so nah an euch ran zu lassen? Wie schafft ihr es, alles nicht so eng zu sehen?

signatur

 

11 Kommentare zu “Sich von Dingen lösen, die einem nicht guttun?

  1. Seitenglueck

    Das klingt anstrengend. Du stehst dir selbst im Weg. Scheiß auf Reichweite, auf regelmäßiges Posten und Perfektionismus. Aber vielleicht hilft es auch mal, weniger impulsiv zu sein, nicht gleich alles zu teilen, zu kommentieren und zu konsumieren. Warum musst du aufholen, was du verpasst hast, wenn du offline bist? Dann bist du halt offline. Die Welt geht nicht unter, wenn du nicht siehst, welchen Schmetterling A fotografiert hat, das B am Samstag Abend Pizza gegessen hat und C vor der Arbeit einen schönen Sonnenaufgang festgehalten hat. Gucke dir mal das Video von Matt Avella an. Ich weiß, du magst ihn nicht, aber es sind nur 10 Minuten: 4 Rules for Digital Minimalism heißt das 🙂

    Gefällt 2 Personen

    • Ja, ist es mitunter eben auch 😀 Ich versuchs, bisher wenig erfolgreich.
      Mhh naja, aber wenn ich offline war, habe ich ja vieles verpasst und ich finde den Gedanken komisch, einfach einen Cut zu haben von der Zeit in der ich offline war, ohne von den wichtigsten Account aufzuholen, was in der Zeit passiert ist. Im realen Leben fragt man ja auch, was die Person in der Zeit gemacht hat. Aber klar, dass ist das „fear of missing out“, was zusätzlich hinzu kommt.
      *seufz* Ja, werde ich machen, Danke dir 🙂

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  2. Ich hab gerade, was es für Zufälle gibt. Facebook gelöscht. Twitter nutze ich schon seit Jahren nicht mehr. Instagram ist nur noch aktiv. Warum das ganze ? Trotz tausend Follower rund um den Globus, sind die meisten real dann doch alle. Und kein Follower gibt einem die wärme, welche jeder Mensch braucht. die nun gewonnene Zeit kann und werde ich nun in mehr Kreativität stecken. Denn das ist es was ich eigentlich will. Kreativ sein in Bild und Text.

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    • Ach, interessant! 🙂
      Ja, wie gesagt, Facebook brauche ich meinen privaten Account noch für die Uni, ansonsten hätte ich das auch schon komplett gelöscht.
      Das stimmt, Follower alleine reichen nicht aus um irgendetwas im Inneren zu erreichen. Warum ich die vielen sozialen Netzwerke nutze liegt einfach daran, dass ich sehr viel zu sagen und zu zeigen habe und social media ist die einzige Möglichkeit, meine Worte und Bilder in die Welt zu tragen. Die meisten meiner Freunde sind auch durch Umzüge etc auf whats app verlagert….

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  3. Wie Du schon schreibst wird es in der Zukunft auf eine Verkürzung Deiner Social Media Aktivitäten hinaus laufen. Ich frage mich schon länger, wie Du das alles schaffst. Ich persönlich finde, dass man in seinen Blog und instagram mehr Liebe hinein steckt, als man heraus bekommt. Trotz Likes und lieber Kommentare. Im Endeffekt sind wir nur irgend ein Account von Millionen, der halt ganz gute Fotos macht. Gerade die Storys. Du gibst Dir so viel Mühe bei der Gestaltung. Die Menschen sehen es sich einen Wimpernschlag an! Schade und ernüchternd!
    Sorry, dass ich so negativ bin. Aber auch wenn Social Media toll ist – es macht nicht glücklich!

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    • Dankeschön für deinen Kommentar! 🙂 ja ich mich auch 🙈 wenn ich nicht so viel neuen Content zum befüllen der social media accounts hätte, wäre es auch was anderes. Aber so kommt einfach jede Woche was neues hinzu, was ich zeigen oder sagen will. Ja das kann vermutlich sein. Also ich merke das ja schon, wenn ich mal besonders viel Zeit und Aufwand reinstecke, ist das Ergebnis nicht wirklich anders, als wenn ich etwas lieblos schnell unterwegs poste…. Dankeschön! Ja ich liebe einfach die Gestaltung, es macht mir Spass, aber klar es sind sozusagen extra Meilen, die andere nicht gehen. Nein gar kein Problem! Wie gesagt es wird auf Rind Verminderung hinauslaufen müssen und bis dahin muss ich ebrn gucken wie ich das mache 🙂 das Problem ist ha stellen weise macht es durchaus glücklich, alleine schon deshalb weil social media die Möglichkeit ist, meine Werke und Arbeit und meine Gedanken mit anderen zu teilen und zu präsentieren.

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  4. Puh da hast du aber echt viele Accounts, das würde mich glaube ich auch stressen. Mir reicht zum Beispiel schon ein Instagram Account und der macht schon ne Menge arbeit. Drei ist halt echt heftig. Gäbe es da nicht eine Möglichkeit das zusammenzulegen und halt nur noch einen zu betreiben? Ich glaube am Ende ist es wichtig, dass man sich nicht so sehr auf die Reichweite fokussiert und mit Spaß dran geht. Gerade auf Instagram hätte ich sonst glaube ich überhaupt keinen Spaß mehr an der Sache xD. Bei Twitter sind mir die Followerzahlen generell egal, da bin ich eh nur ne kleine Nummer und Facebook nutze ich kaum noch. Ich fokussiere mich eigentlich auf Instagram, dann folgt Twitter, wo ich ab und an mal ein paar Gedanken los werde oder mit anderen Bloggern kommuziere, Facebook geht da bei mir schon unter. Finde ich aber nicht schlimm, weil ich würde nicht meine ganze Zeit da reinstecken wollen. Vielleicht bin ich da auch zu oldschool. Meistens teile ich auf Insta Bilder die für meinen Blog entstehen und finde das einfach ne schöne Möglichkeit dort meine Outfits zu teilen.

    Was Streitereien anbelangt, da halte ich mich mittlerweile raus. Ist mir zu stressig, da mache ich mir dann eh nur unnötig nen Kopf und es gibt Leute, die sind auch nur auf Streit aus. Sollen sie machen, aber halt ohne mich. Vielleicht hilft es dir auch, dich bei Diskussionen zurückzunehmen, manches mal die eigene Meinung runterzuschlucken und sich das nur zu denken. Wenn ich diskutiere, dann mit Freunden und Familie, das tun wir von Angesicht zu Angesicht und die Worte kommen richtig an und das sind für mich am Ende auch die Menschen, wo es mir wichtig ist, was für eine Meinung sie von mir haben.

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  5. Mich beschäftigen diese Fragen auch immer wieder. Dabei würde ich mich in vielem den Vorschreibern hier anschliessen.
    Andere sehen nicht, wie viel Mühe man sich gemacht hat. Wenn etwas gefällt, bekommt man einige Likes oder Kommentare. Manche knipsen ein Bild mit dem Smartphone von der Straße vor ihrer Haustüre und bekommen damit zehn mal mehr Likes oder Kommentare, wie andere, die Monate lang auf einen bestimmten Moment warten oder hundert Kilometer herumfahren, um ein bestimmtes Bild zu machen.

    Ich bin nach meinem Sommerurlaub auch nicht mehr wirklich auf meiner Seite eingestiegen. Davor hatte ich mich regelmäßig bemüht, eine bestimmte Anzahl Bilder pro Tag zu posten und in verschiedenen Gruppen zu teilen. Auch habe ich mehr Bilder, als ich jemals zeigen kann, selbst wenn ich mehrere Bilder pro Tag poste. Letztlich ist die Resonanz aber ziemlich gering.

    Wenn ich etwas poste, möchte ich natürlich auch, dass Leute das sehen und liken. Vor allem, wenn mir etwas selbst besonders gefällt oder am Herzen liegt. Letztes Jahr habe ich nach meinem Urlaub schnell ein Bild aus der ganzen Flut herausgegriffen, von dem ich dachte, dass das bestimmt gut ankommt, weil ich das an so einem Touristenmagnet gemacht habe. Jeder, der dort hinkommt, macht von dieser Stelle ein Bild, also muss das ja toll sein. Dachte ich. Ich hatte dann das Gefühl, dass das gar nicht ankam und das enttäuschte mich.

    Ich wollte mir dies dieses Jahr ersparen, und meine Eindrücke lieber erstmal für mich selbst sortieren und ‚bewerten‘, als mich der breiten Masse auszusetzen, denen meine Erlebnisse nichts bedeuten, weil sie nicht selbst dabei waren. Ich kann das Erlebnis nicht teilen und das allein ist eigentlich schon ein grundsätzliches Hindernis, von anderen verstanden zu werden oder mich verstanden zu fühlen.

    Deshalb habe ich mich nicht wieder zurück gemeldet, sondern wollte noch einige Tage ohne Facebook bleiben. Schliesslich hatte ich das während des Urlaubs ja auch nicht gebraucht. Aus den paar Tagen sind nun ein paar Wochen oder Monate geworden…

    Ich denke, solange man in dem ganzen „System“ „drin“ ist, betrifft es einen auch stärker, was darin abläuft. Solange sind so viele Dinge und ereignisse, die auch darin ablaufen wichtig und interessant und man denkt, dass man irgendwas verpasst, wenn man nicht dabei wäre. Man könnte das vielleicht mit einem Ballsaal vergleichen, wo lauter aufregende Sachen passieren. Solange ich selbst auch drin bin und als Teil des Ganzen agiere, ist alles unheimlich wichtig. Wenn ich raus gehe und die Tür hinter mir zu mache, ist es weg. Weil ich nicht mehr weiß, was drinnen passiert und mich ereignisse von denen ich nichts weiß nicht betreffen oder beschäftigen.

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    • Dankeschön für deinen ausführlichen Kommentar! 🙂 Tatsächlich denke ich auch an instagram/social media, wenn ich offline bin, also wirklich Pause mache. So ging es mir in den vier Wochen des Praktikums. Eine Pause zu machen stresst mich gedanklich fast noch mehr, als stetig am Ball zu bleiben.
      Facebook vermisse ich auch nicht und das stimmt, nur man selbst hat in der Regel dieses oder jenes Erlebnis gemacht und daher wird das niemand genauso nach empfinden könenn wie du selbst 🙂

      Gefällt 1 Person

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