Glücksgedanken

Ich und meine Phobien

Hallo ihr Lieben,

das hier wird vermutlich mein ehrlichster, längster und persönlichster Beitrag überhaupt. Ich möchte euch von meinen Phobien erzählen. Was es insbesondere im Alltag bedeutet, sie zu haben, wann und wie ich damit konfrontiert werde und was das für mein Leben bedeutet.

Dabei geht es nicht um Mitleid etc., sondern ums drauf aufmerksam zu machen.

Es gibt so viele Phobien, von denen manche vielleicht nicht einmal wissen, dass es sie gibt, das ihre Ängste einen Namen haben.

Menschen, die nicht wissen, dass es anderen auch so gut, dass andere jeden Tag durch dieses Minenfeld laufen, immer in Angst, in diese oder jene Situation zu kommen usw. Es wird über Phobien öffentlich im Internet einfach viel zu viel geschwiegen. Vielleicht aus gutem Grund, denn man macht sich damit verletzlich. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass es manchmal wichtiger ist, aufzustehen und zu sagen „Ja, hier, mir geht es genauso so. Und das bedeutet was!“

Jeder hat vor irgendetwas im Leben Angst, jeder hat mit irgendetwas anderem Probleme. Ich möchte hiermit auch aufzeigen, was solche Phobien bedeuten. Wann man alles damit konfrontiert wird und vielleicht wird es den ein oder anderen auch überraschen, mit welcher Phobie ich im Alltag am häufigsten konfrontiert werde.

Ich werde sagen, was die Phobie ist, welche Vermeidungsstrategien dadurch in Hand gehen und wie ich im Alltag damit konfrontiert werde und was ich dafür für Strategien entwickelt habe und zu guter Letzt Tipps, wie ihr damit besser umgehen könnt, oder was mir konkret hilft.

Triggerwarnung: Emetophobie, Bindungsphobie, Agoraphobie, Dysthemie

 

1. Emetophobie

Vielleicht das überraschendste vorweg: Mit dieser Phobie werde ich in der Regel am aller häufigsten konfrontiert.

Die Emetophobie ist eine phobische Erkrankung, bei der der Patient eine oftmals unerklärliche, irrationale Angst vor jeglicher Art des Erbrechens hat.

Das geht mit allem einher, was damit zu tun hat und fängt schon bei Geräuschen und reiner Übelkeit von mir oder anderen Personen an. Also ob es bei mir passiert oder bei anderen, beides ist gleich schlimm. Nur das Wort lesen etc. reicht schon.

Seit wann habe ich die Phobie?

Seit ca. 9 Jahren.

Wie werde ich damit konfrontiert?

Nahezu täglich. Mittlerweile kommt fast kein Film oder keine Serie mehr ohne aus. Sei es nach der Party, weil ein Charakter schwanger ist oder aus anderen Gründen. Dann natürlich im Zusammenhang mit Betrunkenen oder Krankheiten. Dann in Büchern (da musste ich erst dieses Jahr wieder zwei Bücher deswegen abbrechen und meine Schwester hatte mich bereits gewarnt, das ich ein anderes Buch deswegen nicht lesen darf), dann im Zug/Bus, wenn sie meistens Jugendliche über die letzte Partynacht unterhalten und wie witzig das ja wäre, das XY passiert sei, wenn andere Menschen Kommentare darüber machen, das einem schlecht werden könnte, häufig auch auf Reisen, Schiffe, Flugzeugen, (gerade die letzten beiden sind prädestiniert dafür). Natürlich wenn ich selbst in einer holprigen Zugfahrt, kurvigen Autofahrt, Schiff, Flugzeug sitze und mir schlecht wird. Auf social media, wenn Leute darüber berichten etc., das wird erstaunlich oft gemacht und eine prominente Schwangere hat davon sogar Videos in den Insta Stories hochgeladen. Aber auch im Internet durch gifs und memes, manche sind da expliziter als andere.

Welche Reaktionen habe ich?

Erstmal natürlich meine Reaktion, wenn ich so etwas sehe/höre (gerade bei Serien/Filmen geht das mitunter recht plötzlich, oder man kann es bereits erahnen): Sofort Ohren zu, Augen zu! Das ist erst einmal das aller wichtigste. In den meisten Fällen fange ich dann mitunter an zu weinen, zittere am ganzen Körper, mir ist heiß, schwindelig, ich habe nächtelang, teilweise monatelang Albträume von besagter Szene/Moment und werde häufig daran erinnert.

Welche Vermeidungsstrategien resultieren daraus?

Ich gehe ab Mitternacht in Diskos etc. nicht mehr auf Toilette. Allgemein gehe ich aber ungern in Diskos, aus persönlichen Gründen.

Sobald jemand anderem z. B. in der Familie schlecht ist, frage ich direkt nach: „Mein schlecht oder normales schlecht?“

Dann wissen sie bereits Bescheid, dass ich indirekt frage, ob ihnen so schlecht ist, dass sie sich womöglich übergeben könnten. Wenn es heißt „mein schlecht“, dann bin ich sofort in Alarmbereitschaft. Ich kriege Herzrasen, fange mitunter an zu Zittern, mir wird schwindelig usw. und ich flüchte regelrecht. Das bedeutet, wenn man sich in einem Haus gemeinsam aufhält und nicht weg kann, verkrieche ich mich in mein Zimmer und komme nur raus, wenn ich mir sicher bin, das besagtes Familienmitglied nicht da ist. Denn ich könnte die Person z. B. auch rennen sehen, das wäre für mich genauso schlimm, weil ich wusste, was es bedeutet. Einmal hat meine Schwester einen Eimer mit in ihr Zimmer genommen, weil ihr schlecht war. Ich habe also die ganze Nacht zitternd wach gelegen, aus Angst, ich könnte etwas hören bzw. alleine schon die Tatsache, das reine Wissen, das es jemanden in meiner Nähe so etwas passieren könnte, reicht für mich schon aus, um kurz vor einer Panikattacke zu stehen. Wenn besagten Personen dann über längere Tage schlecht sind, meide ich sie trotzdem, da bin ich extrem rigoros. Egal, wie sehr diese Person zur Familie gehört oder wie auch immer, ich meide sie, ich fasse teilweise nicht mal mehr die gleiche Türklinge an und will die einfach gar nicht sehen.

Wenn ich ansonsten auf der Straße betrunkene Menschen sehe, wechsel ich die Straßenseite und wenn ich etwas auf dem Boden sehe, versuche ich natürlich sofort mich abzulenken oder manchmal sind auch Freunde/Familie mit mir unterwegs, die mir dann direkt die Augen zu halten, wenn sie etwas entdecken. Außerdem meide ich bewusst manche Serien/Filme, von denen ich weiß, dass sie in dem Bereich sehr zeige freudig sind und musste manche Bücher schweren Herzens abbrechen. Man meint schnell „Oh das ist ja nur ein Satz, eine kleine Szene“, aber ich bin ein sehr visueller Mensch auch beim Lesen und häufig brennt sich dann der Satz/die Szene in mein Gedächtnis ein und spult diese auch nach Wochen, Monate später ab.

Zu guter Letzt noch das Essen. Fremdes Essen, von dem ich nicht weiß, wie ich darauf reagiere, oder wie ich es vertrage, rühre ich gar nicht an Also z. B. auch indisches, chinesisches, türkisches Essen etc. Aber auch Essen, das andere zubereitet haben, wo ich manchen Zutaten etc. nicht traue, oder die nach dem Haltbarkeitsdatum liegen, rühre ich nicht mehr an. Das macht das Essen gerade unterwegs im Urlaub oder auch sonst so natürlich mitunter sehr schwierig und frustrierend.

Zum Thema Schwangerschaft: Ich weiß, das jede Schwangerschaft anders verläuft und nicht jeder mit morgendlicher Übelkeit zu kämpfen hat. Ich habe das Glück, das ich aus anderen Gründen u.a. ohnehin niemals Kinder will. Aber ich stelle mir das sehr schlimm vor für Menschen, die einerseits einen großen Kinderwunsch hegen, und anderseits Emetophobie haben.

Welche Strategien gibt es?

Wachsam sein. Rund um die Uhr wachsam für seine Umgebung, für die Menschen, für das, worum es im Film und Fernsehen geht. Kino ist natürlich nochmal schlimmer, weil größer und lauter und je nach Serie unterscheidet sich auch der Grad der Schwere. Bei manchen habe ich sogar das Gefühl, sie manchen das aus reinem Spaß am Ekelfaktor, besonder bei Comedy.

Bücher die man bei starker Emetophobie nicht lesen sollte:

  • Epic das Erwachen Band 1 von Evelyne Aschwanden
  • Das Haus der Verlassenen von Emily Gunnis
  • Outliers – Gefährliche Bestimmung. Die Suche von Kimberly McCreight

Serien, die man meiden sollte:

  • Santa Clarita Diet auf Netflix

Ansonsten kommt wie gesagt in fast jeder Serie/Film heutzutage eine solche Szene vor.

2. Bindungsphobie

Aus persönlichen Gründen möchte ich hierzu nichts weiter sagen, aber wer es googelt, oder wer es kennt, wird wissen, was das für mich bedeutet. Ich spreche hierbei bewusst von Bindungsphobie und nicht klassische Bindungsangst, die sicherlich weiter verbreitet ist, weil ich dabei auch Panikattacken bekomme.

3. Agoraphobie

Die Agoraphobie beschreibt die Angst davor, an einem Ort zu sein, von dem es keinen Ausweg gibt oder an dem man keine Hilfe findet, falls man sie braucht.

Seit wann habe ich die Phobie?

Ca. seit drei bis vier Jahren.

Wie werde ich damit konfrontiert?

Früher, als ich noch nicht wusste, dass diese Phobie auch einen konkreten Namen hat, habe ich sie fälschlicherweise als Platzangst bezeichnet. Aber eigentlich ist es eher die Angst vor geschlossenen Räumen, das Gefühl, nicht weg zu kommen. Und natürlich je kleiner der Raum und je voller er mit Menschen gefüllt ist, desto schlimmer. Es wird logischerweise auch schwieriger, je länger ich mich in der Situation aufhalten muss

Das führt dazu, dass Fahrstühle mitunter ohne Probleme gehen, während ein Kinobesuch für mich bereits eine Herausforderung darstellt.

Dazu gehören auch: Zug/Bus/Auto/Flugzeug/Schiff/Konzerte/Festivals/Urlaube/Exkursionen/Conventions

Welche Reaktionen habe ich?

Übliche Panikattacken etc., wobei ich Gott sei Dank bisher nur eine Panikattacke hatte, dafür würde ich die Gefühle eher als innere Unruhe und Gefühl von Panik beschreiben. Im Grunde gilt für mich auch hier wieder: Beobachten, wachsam sein. Das ist etwas, was ich ohnehin sehr viel im Alltag mache.

Ich beobachte, analysiere, beurteile und verurteile ständig mich und andere.

Welche Vermeidungsstrategien resultieren daraus?

ich verlasse seltener das Haus, abends fast gar nicht mehr, vermeide fremde Wege, zu lange Strecken (alles ab 2 Stunden ist für mich lang), kann nicht mehr spontan irgendwo hinfahren, weil ich erst Wege etc überprüfen muss.

Dazu kommt noch ein großer Kontrollzwang und Perfektionismus. Ich kann nicht gut mit Situationen umgehen, von denen ich nicht weiß, was auf mich zukommt.

Leider habe ich auch die Erfahrung machen müssen, das nicht jeder bei Panikattacken etc mitfühlend reagiert. Einmal hatte ich im Zug eine Panikattacke und war komplett auf mich allein gestellt, weil mir niemand helfen konnte und wollte. Ich verstehe, dass nicht jeder damit umgehen kann, oder das andere das nicht ernst nehmen und nachvollziehen können, aber trotzdem.

Hinzu kommen noch etliche Ängste, wie etwa die Angst vorm Dunkeln, Angst vor Betrunkenen, Angst vor Menschenmassen, Angst vor Höhe, Angst vor Spinnen usw. Ihr könnt euch denken, das Betrunkene, Dunkelheit, die Emetophobie und Agoraphobie sowie Menschenmassen alle Hand in Hand gehen. Auch hier vermeide ich viel. Dafür habe ich mich schon zu oft im Leben damit auseinandersetzen müssen und leider bei manchen Punkten, wie etwa Betrunkene, traumatische Erfahrungen in Zusammenhang mit Gewalt machen müssen.

Ein sehr wichtiger und guter Beitrag zu dem Thema der eigenen Phobien findet ihr hier auf dem Blog von Wörterreise: hier klicken

4. Dysthemie

Mel (hier klicken) und Sina (hier klicken) haben die Symptome und Probleme bereits sehr gut erklärt. Das ist etwas, was erst in diesem Jahr in meiner Verhaltenstherapie diagnostiziert worden ist, aber die Symptome passen perfekt und begünstigen leider auch die anderen Phobien.

Ich kann zwar ohne Probleme früh aufstehen und mich für Kleinigkeiten begeistern, aber dann kommen wieder Momente, wo ich mich zu gar nichts mehr aufraffen kann, wo ich mich auf nichts konzentrieren kann und wo ich das Gefühl habe, nichts macht mir jemals wieder Spaß. Alles entlockt mir nur noch ein Schulterzucken, alles ist so lala.

Als wäre das ganze Leben nur ein graues Nebelmeer. Es gibt kein tiefes Schwarz, aber auch kein schillerndes Farbsprektrum.

Ich fühle mich die ganze Zeit über gedämpft. Ich bin gefüllt mit einer Negativität, die mich stets nur das Schlechte sehen lässt, womit ich andere und mich runterziehe.

Wie sieht die Zukunft aus?

In der Verhaltenstherapie lerne ich natürlich diese Phobien in Griff zu bekommen, damit ich mein tägliches Leben besser meistern kann. Das Problem ist: Für meinen Master muss ich eine große Exkursion im Juni 2020 machen. Bis dahin müssen meine Phobien soweit behandelt sein, dass ich diese Exkursion schaffe und nicht wie bei der letzten Exkursion im Dezember 2018 mein Körper nicht mehr mit macht. Das ist wirklich studiumsentscheidend und das Problem ist, dass die Uni weite Orte liebt. Venedig, Rom, Florenz, Wien, Paris…. Ich denke es ist klar, dass Fliegen das schlimmstmögliche für mich ist, wo ich mich weigere, das jemals wieder so schnell zu tun und erst Recht nicht alleine. Auch hier musste ich wieder die Erfahrung machen, dass ein guter Wille und ein gutes soziales Umfeld nicht reichen, um seine Phobien in den Griff zu kriegen. Einer der Gründe, warum ein Urlaub in schlechter Erinnerung steht, weil die Flüge einfach der Horror waren. Konfrontationstherapie oder einfach dran gewöhnen ist also nicht zu empfehlen. Dennoch ist es möglich, dass ich für die Exkursion fliegen muss, oder andernfalls 10 Stunden Zugfahrt schaffen muss. Davon hängt mein gesamtes Masterstudium ab. Wir werden sehen, ob ich das bis dahin schaffe.

Ich hoffe, dieser Beitrag konnte euch einen kleinen Einblick geben in meine Welt, die natürlich aus so viel mehr besteht, als nur meinen Ängsten, aber bei denen die Ängste leider einen viel zu großen Anteil einnehmen, in meinem Leben und in meinem Kopf. Ich brauche sehr viel Ruhe und Momente zum Zurückziehen und verarbeiten im Leben und ich habe einmal gesagt:

„Ordnung im Kopf bedeutet Ordnung im Leben“.

Einer der Gründe, warum ich versessen bin auf To-Do Listen etc. Ein Selbstoptimierungswahn, was aber wieder ein ganz neues Thema darstellt.

Zum Abschluss will ich aber noch zusammenfassen, was man dagegen tun kann:

ASMR. Das ist mein bestes Mittel gegen solche Angstzustände und ich empfehle es jedem. Egal ob auf YouTube, Spotify, Tingles app, ob auf english, deutsch, spanisch, französisch usw. Es gibt unendlich viele Künstler, die es praktizieren und nichts hilft mir so gut wie das. Auch zum Einschlafen geeignet 😉 Hört euch einfach mal verschiedene Beispiele an, man braucht erst etwas, bis man sich daran gewöhnt, Entspannung zu finden, wenn jemand mit einer Bürste über ein Mikrofon streicht 😉

Natürlich ist ein gutes Umfeld wichtig, Menschen, die einen kennen, die schon genau am Blick erkenenen, ob es einem gut geht, die manche Dinge nicht ansprechen, weil sie wissen, dass es einen triggert, oder keine Fragen stellen, wenn man ein Treffen absagen muss. Das hat nicht jeder vorzuweisen, aber vielleicht kann sich der ein oder andere solche Menschen doch noch aufbauen.

Für manche Phobien hilft nur eine Threapie, in diesem Fall Verhaltenstherapie. Ich habe das Glück, bisher sehr viele gute Erfahrungen mit Therapeuten gemacht zu haben, bin aber momentan auch Teil eines neuen Therapiekonzeptes. Bei Fragen könnt ihr mich gerne anschreiben!

Wenn ihr unruhig werdet: Einatmen. Bis vier Zählen. Ausatmen.

Auch versuche ich ab 20 Uhr nicht mehr auf social media zu gehen und auch früh morgens erst nach ein paar Stunden. (Einmal kamen Stories zur Emetophobie ohne Vorwarnung auf Instagram und ich war den ganzen Tag unruhig etc. (wie gesagt, die meisten meinen es nichtmal böse, weil sie es einfach nicht besser wissen und die Phobie nicht kennen!)

Auch hilft es mir manchmal, mich wirklich aus der Situation rauszuziehen, oder mich abzulenken mit meinem Handy, oder auf meine To-Do Liste zu pfeifen und einfach nur so zu gucken, was ich gerade machen möchte.

Meine Therapeutin meinte einst: Die Angst geht immer von alleine wieder vorbei, man muss sie nur aushalten können. So in der Art hat sie es mal formuliert. Die Erfahrung mit dem abfallen habe ich noch nicht machen können, aber ich glaube fest daran, dass sie Recht haben muss, und das der Körper gar nicht die Kraft haben kann, eine Panikattacke lange am Stück auszuhalten. Früher oder später wird man sich also wieder beruhigen, auch wenn es Stunden dauern mag.

Und noch was wichtiges: Vermeiden löst das Problem nicht. Mag hart klingen, aber gerade bei der Agoraphobie ist das leider die harte Warheit.

Genau deswegen arbeite ich daran, weil ich mir von der Angst nicht mein Leben diktieren lassen will, auch wenn sie immer ein Teil von mir sein wird.

Sucht euch ein Hobby, was euch gut tut. Die Fotografie hilft mir, das Schöne auch im Alltäglichen und Kleinen zu sehen, das Schreiben hilft mir, meine Gefühle/Probleme mit Worten zu verarbeiten, durch den Blick meiner Charaktere und mein Grafikdesign hilft mir, einfach abzuschalten.

Noch zu social media: ich kriege oft zu hören, ich sei ein positiver Mensch, dabei bin ich genau das Gegenteil. Der Eindruck mag entstehen, weil ich mich unglaublich schnell für eine Sache begeistern kann, genauso schnell flacht die Begeisterung aber auch wieder ab. Natürlich muss auch ich zugeben:

Ich kann mein Lächeln auf Fotos, wenn ich eine Kamera sehe, anknipsen wie andere das Licht einer Lampe.

Was nicht bedeutet, das alle lachenden Selfies Fake sind. Ich zeige nur nicht immer gerne meine viele Negativität, weil das häufig auf Leute abschreckend und deprimierend wirkt. Außerdem hätte ich dann Angst, mich da reinzusteigern.

So, das solls gewesen sein mit dem Seelenstriptease!

PS: Das Beitragsbild zeigt mein Tattoo „like a skyscraper“, welches ich mir vor 7 Jahren habe stechen lassen. Es ist ein Ausschnitt aus einem Song, der mir sehr wichtig ist von Demi Lovato:

You can take everything I have
You can break everything I am
Like I’m made of glass
Like I’m made of paper
Go on and try to tear me down
I will be rising from the ground
Like a skyscraper, like a skyscraper

Erst jetzt realisiere ich, dass das Tattoo und der damit verbundene Song nicht nur auf all die Mernschen zutrifft, die mich am Boden sehen wollen, auf das Leben, das mir manchmal einfach zu übel mitspielt, sondern auch auf all die Ängste, die mich zu erdrücken versuchen.

I will be rising from the ground like a skyscraper, denn, um nochmal ein Zitat hervorzukramen:

Angst schließt das Licht in Dunkelheit ein, Mut ist der Schlüssel.

Dieses Zitat stammt von dem Spiel Kingdom Hearts (es wird wenn Geld da ist auch mal später in einem Tattoo verarbeitet werden) und zeigt genau das, was ich in Zukunft machen möchte: auch wenn all die Ängste vermutlich für immer ein Teil von mir sein werden, so möchte ich mich ihnen mutig entgegenstellen. Tag für Tag. Man kann diesen Kampf nicht imemr kämpfen, manchmal ist es auch einfach okay, wenn die Ängste die Macht gewinnen, aber sie sollen nicht ALLES bestimmen können.

Wovor habt ihr Angst? Habt ihr Phobien, wenn ja möchtet ihr sie vielleicht mit mir teilen oder habt ihr vielleicht die gleichen Phobien wie ich?

signatur

 

 

 

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14 Kommentare zu “Ich und meine Phobien

  1. Pingback: Das Schreiben und die Psyche – Kreativ sein mit Dysthymie

  2. Danke für deinen Mut, deine Erfahrungen zu teilen ❤

    Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du es schaffst, deine Phobien zu überwinden oder sie so weit in den Griff zu bekommen, dass du dein Leben nicht mehr nach ihnen ausrichten musst 🙂

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  3. Das klingt ganz schön hart. Ich wünsche fir viel Kraft.

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  4. Mel Matthias

    Es ist hart und spannend zugleich, darüber zu lesen, vor allem zum ersten Punkt. Ich kann sehr vieles davon aus persönlicher Erfahrung unterschreiben. Und wenn ich soweit bin (manchmal fühlt es sich nach einem „bald“ an, dann denke ich wieder „wer weiß, ob das jemals wird“, schreibe ich dazu selbst etwas. Bei mir hat das noch weitreichendere Ausmaße angenommen, einige Phobien bauen ausschließlich darauf auf und sind erst dadurch überhaupt entstanden.

    Ich wünsche dir den Mut, den du ansprichst. Manchmal frage ich mich, ob es je „normale“ Zeiten geben wird, „normal“ in dem Sinne, was für die meisten Menschen hier als genau das gilt. Denn ich kann meinen Alltag nicht als solchen sehen, deinen auch nicht, wenn ich deine Worte lese. Aber dann bin ich derselben Ansicht wie du, es kann ja nicht immer so bleiben. Die letzten Jahre stehen dem leider entgegen, aber ich gebe trotzdem nicht auf. Und du zeigst in all deinen Worten, dass du das auch nicht tun wirst. Sehr gut!

    Gefällt 1 Person

    • Danke dir! Ja, es bezieht sich alles teilweise aufeinander und ist regelrecht voneinander abhängig.
      Danke dir, ja, das frage ich mich auch….Dankeschön! Ich bin 25, bald 26, und dafür habe ich noch zu viel im Leben vor mir. Danke dir für deinen Kommentar! 🙂 Wir schaffen das. Irgendwie. Irgendwann.

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  5. Liebe Nadine, ich finde es sehr mutig, dass du gegen deine Phobien kämpfst und soviel auf dich nimmst und dass du es trotz all dem schaffst dein Leben zu leben, obwohl es viele Einschränkungen gibt. Das ist mit Sicherheit alles andere als einfach. Ich drücke dir alle Daumen, dass die Therapie dir soweit hilfst, dass du dein Studium mit dieser Exkursion abschließen kannst und natürlich auch, dass du mehr selbstbestimmtes Leben führen kannst ❤

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  6. Liebe Nadine, danke für Deine Offenheit und Deinen Mut. Ich habe vor vielen Jahren auch schwere Panikattacken gehabt und wäre froh gewesen so einen Post lese. Zu können, um das Gefühl zu haben nicht alleine damit zu sein. Mit meiner Tochter habe och vor kurzem das „neuronale Zittern“ (Beata Korioth) entdeckt. Eine Form von „Köperarbeit, die Ängste löst und das hat meiner Tochter richtig gut funktioniert.Ich wünsch Dir viel Kraft auf Deinem Weg. Alles Liebe Isabel

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  7. Erst einmal danke für die Verflinkung! Und zweites: Danke für diesen Beitrag. Aus eigener Erfahrung weiß wie, wie viel Überwindung es kostet so etwas persönlich mit anderen zu teilen. Daher danke für deinen Mut! Emetophobie kannte ich als Phobie nämlich gar nicht und daher ist es wichtig offener über so Themen zu sprechen, weil ich das sonst nie als Trigger gekennzeichnet hätte, wie ich aber auch schon auf Twitter meinte, wenn meine Geschichte jemals veröffentlicht werden sollte, werde ich das erwähnen. Ich weiß nicht wie es dir geht, aber mir hilft es immer schon ein bisschen, wenn ich mich darauf einstellen kann. Interessant das bei dir Fahrstühle gehen, da ist bei mir die Angst besonders groß nicht heraus zu kommen. Im Kinosaal sind die Notausgänge ja so schön hell erleuchtet und ich weiß, dass ich da nicht eingeschlossen bin.

    Ich wünsche dir für deine Exkursion alles gute! Vielleicht hast du ja Glück und es geht nach Paris, da kann man schön von Köln mit dem Zug hinfahren, ohne Umsteigen, was ich ja gut finde, weil etwas weniger Stressig ist. Allgemein sind Reisen ja bei Ängsten und Phobien eine Herausforderung, dass kenne ich selbst nur gut genug. Von daher, hoffe ich, dass es nicht zu weit weg geht und du auch die Möglichkeit hast, dich was zurückzuziehen.

    Ansonsten habe ich von deiner Art und Weise, wie du dich auf Twitter gibst, immer gedacht, was für eine positive Energie du hast, da sieht man immer wieder, dass man in Menschen nicht rein schauen kann. Eine gute Freundin von mir hat dieses Jahr erst gesagt, dass sie in den letzten beiden Jahren viel mit Depression zu kämpfen hat und sich deswegen häufig nicht gemeldet hat, was ich immer auf Desinteresse an mir interpretiert habe. Na ja, ich schweife ab. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg und Kraft mit deinen Phobien, du hast ihnen schon eine Kampfansage gemacht und wirst den Sieg gegenüber sie austragen! Alles Liebe

    Nadine

    Gefällt 1 Person

    • Bitte gerne!
      Danke, deswegen kann ich die Phobie auch nie oft genug erwähnen, damit sie noch mehr Menschen kennen.

      Dankeschön, ich bin auch sehr gespannt. Ja, bei mir ist das Gegenteil der Fall. Ich ziehe eine Verbindung mit oft umsteigen immer vor, einfach weil das bedeutet, das ich nicht so lange am Stück im Zug etc aushalten muss. Derzeit schaffe ich nicht mehr als 2,5 bis maximal 3 Stunden am Stück.
      Ja, das mit der positiven Energie höre ich sehr sehr oft, eig direkt immer als aller erstes.
      Ja, das finde ich auch das Interessante, vieles weiß man gar nicht….Vielen lieben Dank! Danke, ich will da wirklich gewinnen 😊

      Liken

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